Advent 3 – entschwundene Tage

entschwundene Tage

Bei allem Glanz der Adventszeit reißt sie auch an meinem Herzen. Entschwundene Rituale, die nicht mehr wiederholbar sind. Nie mehr mit dem Vater in den Wald, um Tannengrün und Moos für die Krippe zu holen. Nie mehr in der Hexenküche der Mutter Unmengen an Plätzchen zu backen. Nie mehr im vollständigen Kreis von Familie und FreundINNEN feiern. Heute fehlen mir die, die nicht mehr da sind.

der alte Übersee:Koffer

der alte Übersee:Koffer

Der geräumige Über:See:Koffer, ein Geschenk meiner Großmutter Jela zierte mein Kinder- und Jugend:Zimmer. Groß genug, dass wir Kinder uns zu zweit darin verstecken konnten. Ein Spielzeug für Kinder. Später füllte meine Großmutter ihn mit meiner Aussteuer, Teller, Eierbecher und Handtücher. Mit der Aus:Steuer, ohne Koffer, zog ich unverheiratet aus. Eines Tages fragt meine Mutter an, ob ich den Übersee:Koffer noch benötige, sonst käme er endlich weg! In der studentischen Leichtigkeit des Wohnens antworte ich forsch: “ Weg damit, kann ich nicht brauchen!“

Heute, gerade heute vermisse ich diesen alten Reisekoffer. Die nie aufgeklärten Familienlegenden von Onkel Helmuts Amerika:Reise und dem Verlassen Schlesiens bleiben im Dunklen liegen. Heute, gerade heute vermisse ich meine Großmutter, meine Mutter und meinen Bruder. Säße gern mit ihnen auf dem alten Überseekoffer!