himmel:farb:ton

In einem Museum im fernen französischen Hinterland gab es eine Ausstellung. Orte und Namen sind mir längst entfallen. Eine Kunst:Arbeit rührte jedoch tief. Ein Maler malt den Himmel. Tag und Tag. Auf Schieferplatten, die im verfallenen Nachbarhaus zur Genüge herum liegen. Steht man vor den „Farben des Himmels“ ist der erste Eindruck: „wie unrealistisch ist das denn!“

Indem man verweilt, sich Tafel um Tafel zu Gemüte führt, beginnen sich Erinnerungsbilder zu formen. Ja, ein kalter Herbstabend kann rosa sein, der Sommerhimmel an meinem Geburtstag ist vom knalligsten Blau, das die Welt kennt.

Mich rührt die Idee. Mich rührt das Material. Mich rührt das „tagumtag“. Mich rührt es, in den Himmel zu schauen und seine Farbigkeiten zu ergründen und festzuhalten. Mich rührt heute am meisten, dass der Himmel immer da ist.

ein:halt


Halt geben können uns in erster Linie jene, die viel von uns halten.
© Ernst Ferstl (*1955), österreichischer Lehrer, Dichter und Aphoristiker
Quelle: Ferstl, Zwischenrufe, 2000

HALT ist ein ungewöhnlich vielseitiges Wort, über das ich in diesen „verHALTenen“ Tagen nachdenke. HALT als Anweisung zum „inneHALTen“, einander HALT geben in überfordernden Tagen.

DurchHALTeparolen bekommen wir gratis und täglich. HALTende Worte, Umarmungen und Hilfsangebote ebenso. Danke dafür.

AusHALTen scheint die Option der Stunde, ebenso wie durchHALTen und standHALTen. Alles klingt verHALTEN. Unter VorbeHALT werden wir von unserem LebensinHALT und unserem HausHALT gehalten.