Pandemie: das verschwundene Lachen

Seit der Kontakt:Sperre ist das gemeinsame Lachen fast verschwunden. Man findet es nur noch hinter Mauern oder bei „geteilten“ humorvollen Videos.

Träume von dem Tag, an dem die italienischen Eis:Salons gefüllt sind mit fröhlichen Menschen, die in der Sonne sitzen und gemeinsam das Leben belachen.

Reha:Schnack „im Untergeschoss“

Eine Insel:Klinik, die weitgehend auf räumliche Orientierungs:Hilfen verzichtet, lädt zu Entdeckungs:Abenteuern ein.

Die „Warte:Zone Bäder“ finde ich nach 20 Minuten des Umherirrens durch identisch wirkende Flure in den Tiefen des Kellers UG2.

Sehe in die Augen der Frau, die mich gleich mit ausgesprochen kaltem Wasser übergießen wird. Spüre, dass sie hier unten dringend auf „erhellende“ Unterhaltung angewiesen ist.

Kostprobe:

SIE: „Haben Sie Ihren Therapie:Plan mitgenommen?“

ICH: „Oh, die Hefte sehen alle gleich aus, welcher ist meiner?“

SIE: „Schreiben Sie doch den Namen Ihres Kurschatten drauf!“

ICH: „Eine gute Idee. Achim. Tom. Yannik. Wolfgang. Sebastian.“

Durch die tageslichtfernen Bäder:Katakomben schallt dröhnendes Gelächter.

Ich habe eine neue Freundin.

Sperrgebiet Depression

 

Belebte Häuser, geöffnete Fenster.

Tische & Stühle unter Apfelbäumen.

Menschenlachen und Gläserklirren.

Ein depressives Unwetter zieht auf und hinterläßt Verwüstung.

Umzäunt nun das Land.

Auf Schildern steht:

„Hier haust die Depression. Betreten verboten“

 

Verminte Wege

ausgeplünderte Vorratsräume

erschöpfte Menschen.

Erschüttert stehe ich Tag um Tag am Zaun.

An den guten Tagen werfe ich „Samenbomben“ hinüber.