16: einen kleinen Garten auf dem Balkon anlegen

Kapitel 16 Shunmyo Masuno ZEN YOUR LIFE

Dazu müßte man einen Balkon oder sogar einen Garten haben! Es ist natürlich schön, wenn man in der Natur meditieren kann. Ein Baum, ein Stein, eine Wiese. Wer dazu keinen Zugang hat, kann sich auf dem Balkon die Natur en miniature nachbilden. Ob da wohl auch eine Zimmerpflanze reicht? Meditieren unterm Benjamini oder einem Bonsai?

Diese Tagesübung ist schön, doch wer kann sich einen solchen Platz erschaffen? Als Pragmatikerin sind meine Ideen: ein gutes Naturbild aufstellen/aufhängen, für frische Blumen in der Wohnung Sorge tragen, beim meditieren das Fenster geöffnet lassen.

Der Untertext der heutigen Übung weist in diese Richtung: „den Geist bilden, ganz gleich, wo man sich befindet.“ Ich sehe drei Aspekte in diesem Gedanken heute.

1. Meditieren, zur Ruhe sich sammeln geht überall.

2. sich einen „natürlichen“ Raum schaffen, mit den vorhandenen Möglichkeiten.

3. sich mit darum kümmern, dass die Natur, unsere gesamte Um:Welt zum meditieren einlädt.

Haushalts:ZEN 3- der Garten

Die Sehnsucht nach einem blühenden, immergrünen Paradies ist am Ende eines jeden Winters fast übermächtig. Kaum läßt es die Witterung zu, beginnen die Ideen und Einkäufe zu sprießen. Dieses Jahr habe ich vier wunderschöne Lavendel-Stauden gekauft. Sie finden in überflüssig gewordenen Einweck:Gläsern ihren Platz. Dekoriert mit Stoff und Bändern.

Die vordergründige hübsche Anordnung läßt mich übersehen, dass das Wurzelwerk eingeengt ist. Daß das Gießwasser kaum einen Weg hinein findet.

Es tut mir leid, auf die ausgetrockneten Stauden zu sehen. Zwei sind bereits in die Biotonne versenkt.

Für die nächste Garten:Saison wünsche ich mir einen bewußteren Blick auf jede Pflanze. Sie soll bei mir wachsen und gedeihen. Sie soll Wurzel:Raum, Sonnen:Licht und Wasser genießen und aufnehmen können. Schluß mit den vordergründigen, dekorativen Entscheidungen, – in jeder Hinsicht.