Pandemie: gute Erinnerung möglich

In all‘ den Sorgen und Beschränkungen erinnere ich mich an das kindliche Glück, als zu Beginn der 1970iger Jahre es „autofreie Sonntage“ gab. Hand in Hand mit den Eltern sind wir über die Bundesstraße spaziert.

In meiner kindlichen Erinnerung waren das goldene Familienstunden. Alle hatten Zeit und blieben an einem Ort. Das ganze Dorf war auf den Beinen, um zu diskutieren, sich über die Massnahme zu ärgern oder das gesellige Ereignis zu genießen.

Ich wünsche mir, dass wir in einer Zukunft auch in der Lage sind, auf diese Tage zurückzublicken und uns daran zu erinnern, dass wir richtig viel Zeit hatten, dass wir wunderbare Momente von gegebener und empfangener Hilfe erleben konnten. Es wäre wunderbar, wenn auch das positiv Aussergewöhnliche in der Erinnerung bliebe.

Baby Sinclair: „nicht die Klinik!“


ein sperriger Weg

Entdecke gerade auf der therapeutischen Ebene, das meine Traumata auf drei reale Krankenhausaufenthalte in  der Kindheit zurückzuführen sind. Prompt kommt die Zusage zu meiner aktuellen Rehabilitation. Alle um mich rum klatschen vor Freude und Erleichterung: „Endlich geht es für Dich weiter!“. Danke, das stimmt auch. Natürlich sehe ich die einmalige Chance, weiterzugehen und vielleicht sogar den uralten Schmerz, der mein Leben einschwärzt, aufzulösen. Ich kann mich aber nicht so freuen…So oft ich das Wort „Klinik“ auch ausspreche, es bleibt sperrig und tippt sofort an die Paniktüre.

Habe die Idee, den heutigen Tag zu nutzen und zu einer nahe gelegenen REHA-Klinik zu fahren. Werde mich inkognito durch die Gänge schleichen und in offene Räume spinksen. Mich ein wenig gewöhnen, an das, was für mich zu einer real erinnerten Todeserfahrung gehört. Vielleicht kommt in meiner Seele endlich an, dass es ein grausames GEFÜHL ist, an das ich mich ERINNERE. Heute kann ich das umweben mit neuen Erfahrungen, mit halt:gebenden Gedanken.

Auszug aus meinem TraumaText dazu:

Damenwahl

habe so viele Jahre

mit Gevatter Tod getanzt

suche mir einen neuen Tänzer