Pandemie: die alte Frau Schmidt🌷

Begegne Frau Schmidt heute morgen. Sie wirkt müde. Ihre Augen sind eingefallen. Schwerfällig schiebt sie ihren Rollator die Straße entlang.

Rufe ihr ein lautes „Hallo!“ zu.

Sie hebt unsicher den Kopf. Erkennt mich. „Wie gerne würde ich Sie jetzt knuddeln!“ Ihr Kopf senkt sich wieder. „Ich Sie auch!“ erwidere ich.

Mit einem intensiven erneuten Blick zieht sie mich in ihren Bann. Schlägt sich die Hand vor den Brustkorb und sagt mit tränenerstickter Stimme: „Ich halte diese Stille kaum mehr aus. Wenn nur diese Stille nicht wäre.“

Mir kommen die Tränen im Angesicht ihrer Einsamkeit, die der Pandemie geschuldet ist. Zupfe rasch eine der letzten Tulpen aus dem Vorgarten und reiche sie ihr hinüber.

Sie setzt ihren Weg fort.

Ich weiß nicht, ob ihre Kräfte reichen werden bis zur Rückkehr in eine relative Normalität. Ob sie der sozialen Distanzierung stand halten kann. Ob wir uns wiedersehen werden zum gemeinsamen Singen und Lachen. Ich weiß es nicht.

Pandemie: alt&jung

Gefährlich scheint es mir, Schuld:Zuweisungen aufgrund des Alters zu machen.

Wir sind alle auf der Welt, jung und alt. Wir sind alle sterblich, jung und alt. Wir können alle krank werden, jung und alt. Niemand sollte andere gefährden.

Solidarisch zu sein ist eine Entscheidung. Eine Haltung, die innerer Großzügigkeit bedarf.

Küchen:Tisch:Gespräch

leuchtende Klarheit

Mich inspirieren Begegnungen mit Menschen, die älter sind als ich. Menschen, die so manche Lebenszeit bereits durchschritten haben.

Gestern saß ich lange zusammen mit einer klugen, alten Frau. Sie fragte, wie es mir gehe. Und sie nahm sich die Zeit, meinen Antwort:Stücken zuzuhören.

Sie erzählte aus ihrem Erfahrungs:Fundus. Von der Unausweichlichkeit der Veränderungen. Von den Wegkreuzungen, die eine Entscheidung abverlangen. Und auch davon, dass man nicht immer zu dem Start:Punkt zurückkehren kann.

Das hat mich berührt und bewegt. Kluge, alte Menschen sind etwas Wunderbares. Danke.