Pandemie: alt&jung

Gefährlich scheint es mir, Schuld:Zuweisungen aufgrund des Alters zu machen.

Wir sind alle auf der Welt, jung und alt. Wir sind alle sterblich, jung und alt. Wir können alle krank werden, jung und alt. Niemand sollte andere gefährden.

Solidarisch zu sein ist eine Entscheidung. Eine Haltung, die innerer Großzügigkeit bedarf.

Pandemie: Abstand nehmen & halten

Abstand nehmen und halten:

– von einander

– vom Thema

– von unnötigen Sorgen und Ängsten

– von jedweder Hektik und Aktionismus.

Nähe herstellen und halten:

– zu sich selber

– zu allen anderen Menschen

– auf neuen Wegen

– zur Stille und dem Rückzug.

Pandemie: Informations- Enthaltsamkeit

Zeitlebens kann ich nur ein bestimmtes Kontingent an Informationen aufnehmen. Aus dem einfachen Grund, dass ich einige Zeit benötige, Informationen rational und emotional zu bearbeiten.

Die pausenlose Präsenz des Themas der Pandemie in all‘ ihren weltweiten Verästelungen kann ich nicht gut aushalten oder verarbeiten.

Mein tägliches Info:Programm lautet, jeden Tag zwei ausführliche digitale Info:Blöcke. Gesprächs:Momente mit anderen Menschen zum Thema rationalisiere ich ebenfalls.

In den Zwischen:Zeit:Räumen übe ich mich in „VERSENKUNG“. Das zu tun, was ich gerade tue. Blumen gießen. Haare waschen. Mittagessen kochen.

Ausnahmen bestätigen die Regel.

Pandemie: auf kleinem Raum

Sich zu bewegen ist ein mächtiges Mittel gegen Unruhe und Befürchtungen.

Von den äußeren Umständen sind wir zum Rückzug gezwungen. Auf kleinem Raum findet unser Leben stand. Das ist so. Das bringt offene Fragen und tiefe Unsicherheiten.

Wenn es denn schon so ist, kann ich gut sitzen oder weit gehen.

Selbstvergessen am Fenster sitzen und Luft:Löcher starren! Spazieren/wandern/walken, solange wir uns noch frei draußen bewegen dürfen!

Wer weiß, was der nächste Tag bringen wìrd? Möchte den mir zur Verfügung stehenden Raum ganz nutzen und einnehmen.

Pandemie: shutdown

Herunterfahren, sich und seine Lebensweise.

Stilllegen, sich in die Stille begeben.

Abschalten, von dem Getöne und Gemache abschalten.

Seine Tätigkeiten ruhen lassen und nur die unabdingbaren Aufgaben ausüben.

Ironischerweise kann diese aussergewöhnliche Zeit jetzt eine große Übung für Achtsamkeit, Aufmerksamkeit und nachhaltiges Leben sein.

Gestern Nachmittag stehe ich mit einer Nachbarin – im gebührenden Abstand – eine Stunde beieinander. Da keine von uns Gäste erwartet oder zum Yoga will, haben wir Zeit für das ausführlichste Gespräch seit wir Nachbarinnen sind.

Es ist, als würde in diesem weltweiten Strom an Infektionen, Krankheiten, Sorgen und Informationen ein zarter Sub:Text einfliessen. Still sein. Herunterfahren und Abschalten. Stehen bleiben. Hinhören.

Pandemie: der neue Tag

Entbunden von vielen Strukturen brauchen wir haltgebende Rituale. Mein möglicher Stundenplan für den nächsten Tag.

Frühstück. Vormittags damit beginnen, eine neue Sprache zu lernen oder endlich die Rechtschreibe:Reform zu verstehen.

Mittagessen. Ausgiebiger Spaziergang. Online mit anderen Karten spielen.

Kaffee trinken und mit der Familie skypen. Briefe schreiben.

Abendessen. Spielesammlung und Buchklassiker reaktivieren.

Gut schlafen und optimistisch in den nächsten Tag gehen.

Pandemie: her mit neuen Ritualen

…als wären wir von unserem bisherigen Leben „freigestellt“.

Das ist sehr viel Selbst:Verantwortung. Ohne den Halt des Arbeitsplatzes, ohne Sport, Musik und Religion im gemeinsamen Erleben. Ohne Restaurants und Clubs. Ohne Spielplätze und Krabbelgruppen.

Wir brauchen neue Rituale. Spaziergänge, neue Tv-Serien gucken, telefonieren/skypen. Wir können unsere Zimmer, Wohnungen und Häuser gründlich aufräumen, ohne dazu zu konsumieren.

Zu meinem Glück sind wohl die Bau:Märkte noch geöffnet.

Pandemie: kann ich Ihnen helfen?

Zwei Tage habe ich mich intensiv und fachbezogen mit der Pandemie beschäftigt. Weiss genug für den aktuellen Stand, habe meine Hygiene intensiviert.

Nun ist es an der Zeit für mich auszusteigen aus der Infodemie. Gehe täglich eine Stunde durch meine Stadt und meine Straßen. Komme und gehe mit Menschen ins Gespräch.

Und erzähle, was ich aĺles übers Händewaschen weiß. Berichte von meinem Optimismus, obwohl viele Fragen offen und noch unbeantwortbar sind.

Dennoch,…ich kann entscheiden, ob ich mich in die Angst ducke oder ob ich frage: kann ich Ihnen helfen?

In die ungewohnte Stille der Straßen, vor all die verschlossenen Türen und die Menschen, die berechtigterweise räumliche Distanz wahren, kann ich Nähe und Vertrauen hineinlegen. Vielleicht gehe ich aus dieser Zeit bewusster, nachhaltiger und freundlicher hervor. Diese Möglichkeit möchte ich mutig ergreifen.

Jahres:Essenz 1- CharakterNAVI

Wir fahren durch eine unbekannte, hügelige Landschaft. In der Ferne können wir auf einem Hügel unser Ziel erkennen. Natürlich arbeitet das NAVI mit, lautlos und doch präsent. Es lotst uns auf mehr als unebene Schotterpisten. Das zuvor gesehene Ziel:Dorf nun im Rückspiegel. Die Achsen des Autos quietschen unleidlich.

Landschaftlich ist es wunderschön, wir entdecken eine Brücke aus der Römerzeit. Ein Fuchs läuft einige Meter mit uns die Straße entlang. Jedoch, – ziellführend kommt uns das alles nicht vor. Unsere Theorie ist, dass das NAVI uns überraschen und verwöhnen möchte. Dass es eigenständig Entscheidungen trifft für Routen, von denen es denkt, sie würden uns gut tun. Recht hat es!

Sinniere vor mich hin: „Wenn ein technisches Gerät funktioniert, dann ist es ein Werkzeug. Wenn es Fehler macht, wird es „menschlich!“

Wir beschließen, das charaktervolle NAVI tun zu lassen, was ihm gut erscheint. Nehmen es auf in die Menagerie von Dingen im Leben, die unperfekt sind und uns darum umso mehr ans Herz wachsen.

Meine Jahres:Essenz: Perfektionismus ist langweilig!

Der tote Winkel

raus aus dem toten Winkel

Mein Blick:Winkel in die Welt ist ausgerichtet, mir die Welt aus Sicht der anderen zu erklären. Er ist nicht frei und weit:winkelig.

Ich stehe im toten Winkel. Der Über:Blick ist mir abhanden gekommen, habe das ungute Gefühl, ich sehe etwas nicht und werde nicht gesehen.

Der tote Winkel ist ein geheimnisvoller Ort und wer darin verloren geht, ist unsichtbar, ohne es zu sein. Wirkungslos im toten Winkel zu winken, zu rufen, auf jede erdenkliche Art sich bemerkbar zu machen.

Trete ich nicht einen Schritt aus dem Winkel hinaus, bleibt es Gezappel auf der Stelle. Muss etwas vor:gehen/nach vorne gehen, um wieder ein Sicht:Feld zu erhalten.